Von Dr. Michael Troidl
Die Suche nach vermissten Personen zählt zu den komplexesten und zugleich emotional anspruchvollsten Einsatzlagen, an denen die Feuerwehr beteiligt ist. Anders als bei klassischen Gefahrenabwehreinsätzen steht hier nicht ein klar definiertes Schadensereignis, sondern eine dynamische Lage, geprägt von Informationslücken, dynamischen Entwicklungen und hohem Erwartungsdruck im Vordergrund. Jede Entscheidung, jede Maßnahme und jede Verzögerung kann unmittelbare Auswirkungen auf den Einsatzerfolg haben. Aus diesem Grund machte sich Dr. Michael Troidl von der FF Waldthurn auf den Weg in die staatliche Feuerwehrschule nach Geretsried.
In diesem Tagesseminar Vermisstensuche – Einsatz für die Sicherheitsbehörden wurde die Zusammenarbeit mit Polizei, Rettungshundestaffeln und Drohneneinheiten vermittelt. Die Planung und die taktische Grundsätze der Feuerwehr im interdisziplinären Einsatz zur Vermisstensuche wurden den Floriansjüngern aus Nah und Fern näher gebracht.

Bei vier Stationen wurde wertvolles Wissen vermittelt. So ist eine Wegerandsuche eine Methode bei der Suche nach vermissten Personen, in der sich Einsatzkräfte gezielt auf Wege und deren unmittelbare Umgebung unter Einsatz eines begleitenden Fahrzeuges, vor allem jedoch zu Fuß und mit allen Sinnen konzentrieren.
Eine Menschenkette ist eine klassische Suchmethode der Vermisstensuche, bei der viele Helfer in einer Linie nebeneinander ein Gebiet systematisch absuchen. Bei der Flächensuche mit Hund durchkämmt ein hierauf trainierter Hund selbstständig ein Gebiet und sucht nach menschlichem Geruch, um vermisste Personen zu finden.
Hier ist natürlich zu unterscheiden zwischen Trümmersuchhunde, Leichensuchhunde, Flächensuchhunde oder Mantrailerhunde. Für jeden speziellen Einsatzbereich werden Hunde gezielt in einer mehrjährigen Ausbildung trainiert.

In einer weiteren Station Lagedarstellung wurde den Teilnehmern vermittelt, dass die Lageführung das zentrale Steuerungs- und Koordinationssystem bei einer Vermisstensuche darstellt. Ohne sie würde die Suche schnell unkoordiniert, ineffizient oder sogar gefährlich werden. Den Teilnehmern wurde nahe gebracht, welche Elemente die Lagedarstellung enthalten soll und welche Informationen wertvoll und zielführend sind, um den Einsatz sicher, zielführend und erfolgreich abzuarbeiten.

Schlussendlich kann man sagen, dass dieses Seminar Vermisstensuche sehr interessant und auf jedem Fall für jede Führungskraft weiter zu empfehlen ist. Dies war das erste Präsenzseminar an der staatlichen Feuerwehrschule Geretsried und weitere werden sicherlich folgen. Alternativ gibt es auch Online-Tagesseminare, die wertvolles Wissen vermitteln. Rundum ein gelungener Lehrgang. Ein großes Dankeschön ergeht an die Kreisbrandinspektion, dem Bürgermeister und den Kommandanten, dass ich an dem Lehrgang teilnehmen durfte und dass ich dieses Wissen in der Feuerwehr weitergeben kann.




